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- Berliner Bonzen (2)
- Nächstenliebe (4)
- Schildbürger (2)
- 19.1.2010: Gierige Neger
- 17.1.2010: Mehr Mitleid für die wilden Neger
- 15.1.2010: Die erste Mitleidsparty 2010
- 15.1.2010: Gemeinnützig, sozial heißt in Frankfurt gemein, asozial, dreist und gewinnorientiert
- 12.3.2009: Schützenfest in Winnenden
- 20.1.2008: Du bist dumm, du bist naiv – du bist Deutschland
- 6.1.2008: Prügelnazis und Kanakenschläger
- 3.11.2007: Aus dem Leben eines Bürgers einer Bananenrepublik
Gierige Neger
19.1.2010 von Stinkfritz.
Ja das ist aber eine Sauerei! Da kommen wir schon, um den wilden Negern zu helfen und dann wollen die uns auch noch abzocken! Was glaube die denn, wer die sind??? Wie kann man denn so grausam und unmenschlich sein und aus dieser Katastrophe noch einen persönlichen Vorteil ziehen wollen?
Mich persönlich wundert das eigentlich nicht, den verantwortlichen Autor eines Artikels auf Spiegel Online anscheinend schon. So titelt die Website heute Vormittag mit „Erbeben-Profiteure in Haiti – Die Katastrophe als Geschäft“ und erörtert in einem Artikel den Sachverhalt, dass ein Taxifahrer doch tatsächlich 100 Dollar für eine Fahrt innerhalb der Stadtgrenze von Haitis Hauptstadt Port-au-Prince verlangt, wobei er dies nicht einmal mit einem Wimpernschlag kommentiert. Dankenswerter Weise wird der Autor dann doch von einer frommen Deutschen mitgenommen, die den Negern normalerweise Nutella verkauft. Der Autor hat dabei anscheinend nicht darüber nachgedacht, ob der Preis von 100 Dollar nicht vielleicht sogar angemessen ist. Man überlege sich, dass offiziell der Treibstoff in Haiti knapp wird und damit Mangelware ist. Zusätzlich sind die Straßenverhältnisse aufgrund des Erdbebens sicherlich nicht die besten. Auch welche, ebenfalls auf Spiegel Online zitierte, Zunahme von Kriminalität in der Hauptstadt sollte man im Preis mit einkalkulieren. Wenn man sich überlegt, dass eine Taxifahrt hierzulande durch Frankfurt (ohne dabei die ganze Stadt durchqueren zu wollen) gut 30 € kostet und zu Messezeiten gerne noch eine Kleinigkeit mehr bezahlt wird, obwohl weder Treibstoff Mangelware ist noch die Straßenverhältnisse eine besondere Schwierigkeit darstellen. Meiner Meinung nach stellt ein solcher Taxipreis in der gegebenen Situation eine hinnehmbare Tatsache dar und keine Dreistigkeit, wie der Spiegelautor es nennt. Immerhin muss der Taxifahrer sehen, wo er bleibt. Evtl. hat er vor kurzem sein komplettes Hab und Gut verloren, bis auf das Taxi. Und dabei ist nicht einmal sichergestellt, dass das Taxi auch wirklich ihm gehört. Vielleicht ist es ja auch so, dass er gar kein Einkommen haben wird, wenn in wenigen Tagen für die gewöhnliche Bevölkerung kein Treibstoff mehr vorhanden sein sollte. Natürlich rechtfertigt die pure Existenzangst in keinem Fall einen höheren Taxipreis. Das wird ja auch offenkundig damit gerechtfertigt, dass eine Deutsche Nutellaverkäuferin den Autor kostenlos mitnehmen kann. Und die hat es auch echt schwer! So ist beispielsweise ihr Pass verloren gegangen und sie wird vermutlich einige Tage warten müssen, bevor sie ausgeflogen werden kann. So eine Scheiße aber auch! Und in Deutschland hat sie dann ja auch entweder Zugriff auf Rücklagen oder zumindest auf die doch recht soliden Sozialsysteme, die ihr ein Dach über dem Kopf, Essen und eine medizinische Versorgung garantieren. Diese Ausgangssituation könnte man durchaus als besser gegenüber der des Taxifahrers bezeichnen, für den es in einigen Tagen vermutlich heißt, dass Taxifahren erst mal Vergangenheit ist und stattdessen das Haus neu aufgebaut werden muss, um die Existenz zu sichern. Wo er Nahrung herbekommen soll weiß er im Übrigen auch noch nicht. Von daher kann man den Tank des eigenen Fahrzeugs (Geländewagen?) ruhigen Gewissens leerfahren. Den einzigen Nachteil gegenüber dem Taxifahrer ist lediglich ihre geschilderte Zuckerkrankheit, die in Verbindung mit dem Mangel an Insulin eine echte Gefahr darstellt. Aber auch hier scheint die Notwendigkeit noch nicht so groß zu sein, wenn man lieber noch im Mondlicht abwartet, als den von der Schweizer Botschaft organisierten Transit anzunehmen.
Alles in allem zeigt sich mal wieder, dass wir es immer noch nicht begriffen habe! Das wir immer noch ein Hoheitsdenken haben, welches dem der Nazis in keinster Weise nachsteht. Nur, weil wir uns bis heute zum öffentlich überaus menschenfreundlichen Einwanderungsland gewandelt haben, macht das noch lange keine Samariter aus uns. Dieser Artikel auf Spiegel Online zeigt einmal mehr, dass das Leben zehntausender Haitianer gegenüber dem Schicksal einer zuckerkranken Deutschen ins Hintertreffen gelangt.
Wir verdammten Menschenfreunde…
Geschrieben in Nächstenliebe | Drucken | Keine Kommentare »